Mittwoch, 1. Juli 2009

Blöd

Morgens - übernächtig aus dem Bett gefallen - muss ich mich schon beim Anblick der Zeitung ärgern. In der Tankstelle springt es mich von der BLÖD runter auch noch an, exakt das gleiche Bild. Gezeigt wird ein Foto eines Yemenia-Flugzeugs, untertitelt mit "Ein Airbus der Yemenia" (und irgendwas mit Todesflugzeug, Todesairbus, Todesflug, Yemenia-Drama, Airbusdrama, Absturzairbus, Absturzdrama... was halt BLÖD so im Repertoire hat). Blöd nur, dass BLÖD ein Bild einer Boeing 737 zeigt. Eigentlich leicht zu erkennen an den kleinen Notausstiegsfenstern über den Cockpitfenstern und dem abgeknickten Seitenleitwerk.
Als ob das noch nicht gut genug ist, kommen auch noch die mein-Kind-ist-was-besonderes-seht-her-Söhnlein-Brilliant-Eltern und verklagen die Schule. Hahahaha. Im Prinzip können sie gleich den Freistaat Bayern verklagen. Idiotisch. Bloß weil Söhnlein Brilliant (zurecht) eine Strafe für sein ungezogenes Verhalten gekriegt und man ihm dafür keinen goldenen Wimpel an den Hintern getackert hat.

Samstag, 27. Juni 2009

High heeled

Man berücksichtigt ja gern mal den Rat von Kollegen, der da wäre: Hochhackige Schuhe anziehen und damit dann durch die Klasse klackern. Macht Eindruck. Untermauert den Status als Autoritätsperson. Wir erinnern uns an Top Gun: Eine Horde taffer Kerle mit Testosteronüberlauf werden zu Schnuffelhäschen beim Anblick von hohen Hacken und Strümpfen mit Naht. Haha. Egal. Wirken tut's. Untermauert Standpauken, wenn man gleichzeitig das Klackern dosiert einsetzend gemäßigten Schrittes durch die Klasse schreitet. Und Standpauken waren leider wieder nötig.
WURSCHT. Unter'm Strich musste ich die hohen Schuhe anziehen, weil sich sonst meine Hose als Wischmop betätigt hätte.
Schlechte Idee.
Denn was ich nicht berücksichtigt hatte, war, dass ich ja meine zwei extrafetten Ordner zum Kopieren mitschleppen musste. Und den Eee im Rucksack. Was einer Gewichtszunahme von geschätzten 15 kg innerhalb von 2 Sekunden gleichkam. 15 Extra-Kilo, die sich dann auf diesen normalerweise sehr bequemen Schühchen verteilen mussten. Bahhhhhhhh. Aua. Nach den Touren zum Kopierer hieß es dann immer Schuhe ausziehen. Und heute dann eben Füße schonen.

Sonntag, 21. Juni 2009

Wolkenverhangen

Wann sind wieder Ferien? Langsam krieg ich hier echt die Krise. Die Schööler nehmen sich Sachen raus, dafür wäre man vor 50 Jahren noch halbtot geprügelt worden. Heute höre ich nur ein "Man weiß ja, woher es kommt, einfach ignorieren." Zumindest auf Benimmebene säuft Deutschland so schnell ab wie die Titanic.
Diese Woche also 5 Tests zum Korrigieren. Macht ca. 130 Arbeiten. Hurra, hurra. Das heißt: Die 36 Stunden, für die Herr CC wieder zwischendurch hier aufschlägt, die sind verplant. Haha, falls ich die noch erlebe und mich die Englischklasse nach dem ersten Durchgang Listening Comprehension nicht schon am Kartenständer aufhängt. Tattootösen erzählt. Man wirft mir ja vor, dass ich "was verlange". Ja, das ist eine Todsünde in Deutschlands Schulen.
Die Woche da drauf wird auch nicht besser. 3-4 Test, noch einmal. Immerhin wieder 36 h am Wochenende mit Herrn CC, irgendwo zwischen Autobahn und einem Flugplan, den ich längst nur noch mit Excel kontrolliere. Chronologisch geordnet.
Dazu gesellt sich noch eine weitere Excel-Tabelle mit der Urlaubsbudgetplanung. Tahiti ist ein teures Pflaster. Ach ja, psssst, ich darf ja nichts sagen. Bloß nicht im Garten böse Ortsnamen fallen lassen, die Nachbarn könnten was hören. Dann geht man wieder als Kapitalist durch. Sparschweine zählen ja nicht.
Sollte mich allerdings jemand zu meiner Ferienplanung befragen (was sowieso keiner tut), dann werde ich nichts als die Wahrheit sagen, nämlich breitgrinsend "2 Wochen Südsee, was sonst?" antworten. Der Vorteil: Es glaubt ja eh kein Schwein. Noch nicht mal mein Sparschwein.

Donnerstag, 11. Juni 2009

Wenn einer eine Reise tut...

Na klasse. Die von M&M sind lustig. Haben unsere Reise ins Franzosen-POM mal glatt um 2 Tage verlängert. Ohne Rückfrage. Wer hat's erfunden? Die Schweizer! Die haben hinterrücks einen Flug gestrichen, also fliegen wir jetzt mit Hänschen klein nach Peking. Und dann gehts auf 2,02 m ganz kompfortaböl in den Südpazifik. Der Haken an der Sache: Die Neuseeländer haben den 10:00-Flug gestrichen und auf 19:45 verlegt. Somit Ankunftszeit 2:45 morgens statt 17:00 abends. Was nichts anders heißt, als dass man noch eine Extranacht buchen muss, wenn man nicht 11h in einer Hotelhalle rumgammeln und auf sein Zimmer warten will. Unter'm Strich sind es somit drei Nächte mehr, und was das für's Geldbörserl in der Gegend heißt, ist auch klar. *schluck* Meine Business-Plan-Hotelpreis-Exceltabelle erstreckt sich mittlerweile schon bis auf P39. Das ist nicht gut. Denn da ist ja auch noch der doofe Airpass, der "rückwärtsfliegen" in den Archipelen verbietet.
Somit gestern noch ratzfatz die Planung umgeworfen... und das Budget scharf an den Rand der Totalsprenung gebracht. Dank Mega-Excel-Business-Plan-Hotelpreis-Liste geht aber der Überblick noch nicht so ganz verloren.

Gut, dann rechnen wir mal zusammen...
01:05 bis Frankfurt
01:10 Transfer
09:10 bis Peking
03:20 Transfer
13:15 bis Hauptstadt weiße Wolke
nach 28 Stunden Reisezeit bisher...:
14:40 WARTEN (!!!!!!!!!!!!!!!)
05:00 bis zum POM

macht... 47:40 STUNDEN Reisezeit. Baaahhhhhhh.

Rückreise nicht so viel besser:
06:05 bis Hauptstadt weiße Wolke
13:45 WARTEN (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!)
13:30 bis Peking (dank Business Premier hoffentlich ohne Hintern so breit wie ein Pferdearsch)
03:10 Transfer
10:05 bis Frankfurt
01:45 Transfer
00:55 bis heim

macht... 39:15 Stunden... Sauber.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Badenixe

Endlich war's warm genug, ich wollte meinen neuen Badedress ausführen. Brav wurde eingecremt, mit Clinique Sun SPF 30 (ein Hoch auf amerikanische Dumpingpreise). Ich bin begeistert, nichts klebt, nichts weißelt. Nochmal in Slo-mo: Das T-Shirt klebt NICHT (!!!) am Körper fest. Hurra, hurra!

Hoch motiviert steige ich aufs Rad. Nur um festzustellen, dass die Reifen nach der Winterpause Luft benötigen. Vorne reingepumpt, passt. Hinten reingepumpt, passt nicht. Die Luft geht raus, nicht rein. Chefin eilt zu Hilfe, mit Alternativluftpumpe. Ende vom Lied: Nike-Hose mit Luftpumpenschmiere versaut, Luftpumpe im A****, Reifen total platt. Ganz anti-ökologisch muss nun also mit dem Auto gefahren werden.

Wassertemperatur dank starkem Wind... ähm... kühl. Also wird geschwommen, um warm zu werden. Bis ich zwei Schwabbel-Schratzen (ca. 10 Jahre alt) sehe, die gerade die Anlage demontieren. Lebendgewicht der beiden Knaben je ca. 60+ kg. Haben sich nun also an der Edelstahl-Einstiegstreppe festgekrallt und schwingen mit großem Gejohle lustig hin und her, so dass die Treppe bedenklich wackelt und die Schrauben quietschen. Niemand greift ein. (Wir wissen ja: Kindergeschrei ist Zukunftsmusik... dann mal gute Nacht, die Platte hat einen Sprung) Ich kann mal wieder meine Klappe nicht halten und fordere die beiden Schwabbelkinder auf, es zu unterlassen, die Treppe aus der Verankerung reißen zu wollen, das geht kaputt. Ich werde von Schwabbelkind 1 belehrt "Das kann nicht kaputt gehen, das ist aus Eisen!". Boah. Klasse Argument. Ich erinnere mahnend an die Schrauben. Schwabbel rüttelt jetzt erst recht an der Treppe (frei nach dem Motto: der Alten zeigen wir's!). Ich schwimme von dannen, nicht ohne den Kommentar "tja, ich muss es ja nicht zahlen". Schwabbel 2 kräht fröhlich "Wir auch nicht!". Allerdings fiel dann die Kinnlade, als ich sagte "aber Eure Eltern, und an deren Stelle würde ich mir es dann von Euerem Taschengeld holen". Aus war's mit Gerüttel, es entbrannte eine Diskussion über "wieviel Taschengeld kriegst Du eigentlich?". 20 EUR die Woche habe ich noch mitgekriegt. Ok, ich sag nix mehr.


Der Tag endete schließlich vergnügt mit "Hurra, ich bin in einen Auffahrunfall verwickelt" bzw. mit "Da kann ich Ihnen auch nicht helfen, wir sitzen in Amsterdam, mit Deutschland kenn ich mich nicht aus, mailen Sie das Hotel direkt an". Profis am Werk.

Dienstag, 2. Juni 2009

Pimp My Geldbörserl

Mission Hardcoreshopping, kombiniert mit Projekt "Pimy My Geldbörsn". Nur mal so gesagt... Deutschland: 25 EUR, USA 10 EUR. Deutschland: 50 ml 54 EUR, USA: 75 ml, 18 EUR. Natürlich gibt's dafür auch ne Äpp, und zwar eB*y. Boiiiiiing.

Außerdem stand ich heute mit Sack und Pack auf dem Finanzamt, nur um dann zu erfahren, dass ich alles umsonst mitgeschleppt habe, nur mein Gehalt etc. eintragen müsse und unterschreiben... weil's eh einen Pauschalbetrag gibt. Naja. Pecunia non olet.

Montag, 1. Juni 2009

Fein fein!

Na endlich sagt's eine, wie's ist: SAM hat Apps entdeckt. Boah, wenn ich schon wieder diese schlacksigen dynamisch-lässigen Typen zwischen 20 und 33 der Marke "cooler Architekt mit kreativer Boris-Entrup-Gedächtnisfrisur" in coolen Jeans und coolen Hemden sehe, untermalt von kreativ-dynamischer Lalala-Musik (ois is easy-peasy, wir kommen in Frieden, wir sind alle Freunde), krieg ich schon den ersten Anfall. Na klar, für alles gibt's ne App. Überhaupt. "Äpp". Schon das Wort. "Äpp". Grrr. Dann schon wieder Rumgetappe auf dem Apfelfon. Sorry, welcher Depp erledigt seine Haushaltsbuchführung per iPhone? Bis ich da mit meinem Finger Dreckfahrer auf's Glas geschmiert habe, habe ich alles 3x auf einen Zettel oder in Excel notiert. Aber ne Buchführungs-App ist ja trendy und hipp und in, irgendwie muss man ja ausrechnen, wie man den Kredit für diverse Obstapplikationen und -geräte zurückzahlen soll.

Nächstes Hassobjekt: Radiowerbung von und mit Sarah Wiener. Kommt gleich nach der Seeiiiiiiiiitenbacher-Werbung. Wenn schon im ersten Satz "fäänes Gebääägg" angepriesen wird (und zwar mit einem Tonfall, als ob sie grad auf 200 g Rohteig rumkaut), kommt mir eben jenes schon hoch. Das Gebääägg, dass natürlich ganz biologisch-ökologisch ist, und frisch!, denn "das is eh glaar". Hmmmm, da will man doch gleich so fääänes, ofenfrisches Gebäägg bei O-Äm-Fau kaufen, des is eh klar. Hauptsache, frisch ist es. Ja, und es gibt auch gleich noch die passende App dazu, nämlich den zi-za-zap-Knopf!

Gwagaza

Jetzt hat er's wirklich getan. Herr CC hat sich ein Designobjekt für seinen Hauseingang gekauft. An Gwagaza. Auf hochdeutsch: Eine fette Kröte in Biker-Kleidung, mit "Born to ride"-Hütchen. Von der größe einer fetten Katze bzw. eines kleines Hundes. Oh weh. Noch schlimmer: Schwiegermutter in spe ist beim Anblick des Fotos (ja, auch dafür gab's ne App *blök*) nicht umgefallen, sondern fand das Viech eher süß, weil's ja so "treu-doof dreinschaut".
Ok, eigentlich bin ich ja selbst schuld. Wer rannte denn an Ostern durch JCPenny und zeigte mit dem Finger auf das Frosch-Viech mit den Worten "Wer stellt sich denn sowas in den Vorgarten?!". Ich konnte ja nicht ahnen, dass das Viech gleich Begehrlichkeiten weckt, oder?!
Naja, andere haben komische Männchen mit roten Hütchen im Garten stehen. Da ist der Frosch doch irgendwie cooler... Ähm.